Barbara wandte sich mir zu, ihre Hände zitterten. „Du hast uns angelogen.“
—Du hattest vor, mich auszunutzen.
Sie brach sofort in Tränen aus, Richard jedoch nicht. Er schloss die zerbrochene Tür und starrte aus dem Seitenfenster wie ein Beutetier, das seinen Jäger verfolgt. „Das geht über familiäre Gefühle hinaus“, sagte er. „Du musst mir heute noch Geld schicken.“
Mir entfuhr ein kurzes Lachen, eher aus Überraschung als aus Belustigung. „Bist du deswegen in mein Haus gekommen?“
—Um unser Leben zu retten.
Daniel starrte ihn an. „Was meinst du mit ‚unserem Leben‘?“
Richard sah endlich seinen Sohn an, und in diesem Blick erkannte ich etwas Hässlicheres als Gier. Berechnung. „Weil sie glauben, Emily sei immer noch fünfzehn Millionen wert. Und weil ich ihnen heute Morgen vielleicht gesagt habe, dass ich zahlen würde.“
Mir stockte der Atem.
Barbara stieß einen überraschten Laut aus: „Richard…“
„Hast du den Kriminellen gesagt, dass ich deine Schulden begleichen würde?“, fragte ich.
„Ich habe uns Zeit verschafft!“
„Nein“, sagte Daniel und wandte sich von seinem Vater ab. „Nein, nein, nein.“
Dann kam die unerwartete Wendung. Daniel holte seine Brieftasche aus der Tasche, öffnete sie und zeigte mir eine Dienstmarke.
Federal Bureau of Investigation.
Mein Kopf war wie leergefegt.
