„Du wirst deine Schwester nicht blamieren – gib die Villa am Genfersee auf!“, dröhnte die Stimme meines Vaters durch den Festsaal, kurz bevor er mich mit der Faust gegen einen Banketttisch schleuderte. Vor 200 Gästen zerbrach alles, was ich noch ertragen konnte. Diese 2-Millionen-Euro-Villa war nicht einfach nur eine Immobilie – sie war die Grenze, die sie mich hatten überschreiten lassen. Ein paar Stunden später wachte ich in der Notaufnahme auf, die Schmerzen hatten mich endlich eingeholt. Doch was folgte, war keine Schwäche. Denn zum ersten Mal in meinem Leben… würde ich nicht länger schweigen.

„Steh auf“, hatte Étienne Delmas mit leiser, drohender Stimme gesagt. „Mach es nicht noch schlimmer.“

Hässlicher. Als läge die Hässlichkeit nicht in seiner Hand, sondern in seiner Weigerung.

Camille hatte sich halb aufgesetzt, ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Kiefer und ihre Rippen. Ihre Finger glitten über die champagnerbefleckte Tischdecke. Ihr Vater kam auf sie zu, tadellos in seinem schwarzen Smoking, das respektable Industriellengesicht, das Wirtschaftsmagazine so gern fotografierten, und packte sie am Kragen, wie man ein ungezogenes Kind tadelt.

„Du wirst die Papiere heute Abend unterschreiben“, murmelte er zwischen den Zähnen. „Dieses Haus hat dir nie wirklich gehört.“

Camille hatte ihm trotz des Schwindels direkt in die Augen geschaut.